Bürgerinnen und Bürger diskutierten die Flüchtlingssituation mit der CDU Hockenheim
Montag, den 12. Oktober 2015 um 21:02 Uhr

Hockenheim. Sehr kontroverse Standpunkte kamen bei der Diskussion der CDU mit Bürgerinnen und Bürgern Hockenheims zum Thema Flüchtlingssituation vor Ort und in Deutschland zur Sprache. “Ich habe ein ungutes Gefühl bezüglich des Zusammenhalts unserer Gesellschaft“, so resümierte Patrick Stypa nach einer zweistündigen Diskussion im Gasthaus ,,Zur Pfalz", zu der sich zirka 50 Personen einfanden. Auf der einen Seite scheint es Menschen zu geben, die alles nur positiv sehen und die Beschreibung zukünftiger Probleme nicht ausreichend wahrnehmen, und auf der anderen Seite Menschen, die alles nur negativ sehen und sowohl die Chancen der aktuellen Situation als auch die Schicksale von Kriegsflüchtlingen beispielsweise aus Syrien ignorieren. „Hoffen wir, dass die Mehrheit der Bevölkerung eine differenzierte Sichtweise hat“, so der Jung-Stadtrat.

Zuvor hatten CDU-Landtagskandidat und Kreisrat Thomas Birkenmaier, der Vorsitzende der CDU Hockenheim Markus Fuchs sowie Franz Villinger, der Sprecher des Arbeitskreises Soziales im Asylnetzwerk Hockenheim, informiert. Thomas Birkenmaier zeichnete ein aktuelles Bild der Situation im Land und im Kreis. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Rhein-Neckar-Kreis sowie die zahlreichen Ehrenamtlichen stoßen aufgrund der Flut an Asylsuchenden an ihre Grenzen. Dass die Landesregierung in Baden-Württemberg bisher nur 7% aller abgelehnten Asylbewerber abgeschoben habe, sei ein großes Problem. Birkenmaier weiter: „70% der ankommenden Flüchtlinge sind junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren, und hauptsächlich für diese Gruppe müssen wir Beschäftigung schaffen“.

Anschließend sprach Markus Fuchs über die Situation in Hockenheim, wobei Hockenheim für drei Gruppen zuständig sei: anerkannte Flüchtlinge, Asylsuchende, deren Verfahren länger als 24 Monate dauere, sowie auf die Abschiebung wartende." Klar sprach sich der CDU-Fraktionsvorsitzende dafür aus, dass Hockenheim möglichst bald neue Bauplätze ausweist. Denn: „Die vielbeschworene Integration wird mit dauerhaften Unterkünften im Industriegebiet nicht funktionieren", so Fuchs.

Franz Villinger informierte über die Aufgaben der gebildeten vier Arbeitskreise „Begleitung, Bildung, Soziales, sowie Freizeit-Sport-Kultur. „Treten Sie in persönlichen Kontakt mit den Menschen, lassen Sie sich ihre Geschichte erklären und Sie werden die Situation mit anderen Augen sehen. Wir müssen den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe bieten, so das Credo von Franz Villinger. Die Diskussion schwappte von einer Seite zur anderen und bot äußerst gegensätzliche Sichtweisen. Hier die Betonung des christlichen Weltbilds, dort die die klare Angst, wie man 3 Millionen Flüchtlinge in Arbeit und Lohn bringen will. Hier die Aussage, dass das Grundgesetz ein Recht auf Asyl biete, dort der Konter, dass Flüchtlinge aus dem Balkan zu 99% nicht asylberechtigt seien.

Die Forderung an die große Weltpolitik, sich doch endlich zu einigen versus der Hinweis, dass wir erst mal unsere Probleme vor Ort klären sollten. Klar war nach der zweistündigen, teilweise sehr emotional geführten Diskussion eines: Hockenheim steht erst am Anfang in der Flüchtlingsfrage und nur gemeinsam kann diese gelöst werden.