Ehemaliger Landesbischof Fischer sieht Registrierung als Grundlage weiterer Handlungen
Samstag, den 21. November 2015 um 20:18 Uhr

Plädoyer für menschlichen Umgang mit Flüchtlingen

Auf Einladung der Jungen Union HoRAN und der CDU Reilingen referierte der ehemalige evangelische Landesbischof Dr. Ulrich Fischer zur Flüchtlingsdebatte und stellte sich mit Kreisrat Thomas Birkenmaier den Fragen der Zuhörer. Im ersten Teil seiner Rede stellte Fischer die Situation des jüdischen Volkes im Alten Testament dar, das ermahnt wurde, Fremde gut aufzunehmen, da sie selbst Fremde gewesen seien (3. Mose 19,34). Dazu gebe es zahlreiche Bibelstellen aus dem Alten und Neuen Testament, die einen guten Umgang mit dem fremden Nächsten anmahnen. Nach Fischer solle dieser ethische Hintergrund die Haltung von Christen beeinflussen, wie sie Flüchtlingen gegenübertreten, in Abgrenzung zu anderen Gruppierungen.

Im zweiten Teil seines Vortrags ging Fischer auf die aktuelle politische Debatte ein, für die es zwar in der Bibel keine Patentlösung gebe, er mahnte aber einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen ein. Geordneten Ablauf sicherstellen Aufgrund der großen Herausforderungen durch die hohe Anzahl der Flüchtlinge müsse die Politik nun Maßnahmen ergreifen, um einen geordneten Ablauf sicherzustellen, so sei die Registrierung von Flüchtlingen die Grundlage für weitere Handlungen.

Fischer machte sich für eine offene Diskussion stark, bei der die Ängste vor Überforderung der Hilfskräfte ernst genommen werden sollen und Gesetze der aktuellen Lage angepasst werden müssen, stets aber auf humanitären und ethischen Grundlagen.

In der folgenden Diskussion meldeten sich zahlreiche Bürger zu Wort und kamen so mit dem Landesbischof ins Gespräch, der Auskunft zu Themen wie Abschiebungen, Kirchenasyl, Einzelfallprüfungen und der Islamisierungsfrage gab.

Der Kreisrat und CDU-Landtagskandidat Thomas Birkenmaier berichtete von der Flüchtlingspolitik des Rhein-Neckar-Kreises, dessen Kreisverwaltung Tag für Tag für die Flüchtlingsunterbringung einen großen Anteil ihrer Verwaltungskapazitäten bereitstellen und Unterkünfte suchen müsse.

Zum Ende der Veranstaltung dankte der JU-Vorsitzende Andreas Sturm Fischer für seine Ausführungen und dessen differenzierten Blick auf die Flüchtlingsdebatte, der in dieser Klarheit und Ausgewogenheit schwierig zu finden sei.